Low Carb Rezeptideen von Marion Candela

6 häufige Mythen über Low Carb Diäten

Zu Low Carb Diäten findest du viele Fehlinformationen.

Während einige diese Diät für die optimale halten und der Meinung sind, dass jeder Low Carb – also möglichst wenig Kohlenhydrate – essen sollte, glauben andere, dass es sich dabei lediglich um einen kurzlebigen Trend, eine sogenannte Modediät, handelt und diese allenfalls mehr Schaden verursacht, als zu helfen.

Daher findest du hier nun sechs Mythen über Low Carb Diäten.

1. Low Carb ist eine Modediät

Mittlerweile hat der Begriff „Modediät“ seine Bedeutung verloren. Zuvor wurde er zur Bezeichnung von Diäten verwendet, die eine schnelle Gewichtsabnahme versprechen und sich einer kurzzeitigen Beliebtheit erfreuten.

Inzwischen benutzen die Leute diesen Begriff jedoch viel mehr als Beleidigung für Diäten, denen sie widersprechen und für Betrug halten. Auch heute noch wird Low Carb von vielen als eine solche „Modediät“ bezeichnet, was allerdings nicht viel Sinn macht, da viele wissenschaftliche Studien gezeigt haben, dass eine Low-Carb-Ernährung durchaus effektiv und bereits seit Jahrzehnten beliebt ist.

So wurde das erste Buch zur Atkins-Diät – eine Diät nach dem Low-Carb-Prinzip – bereits 1972 veröffentlicht. Ganze fünf Jahre vor den ersten Richtlinien zu einer Low-Fat-Ernährung in Amerika.

Bei einem Blick noch weiter zurück in der Geschichte lässt sich sogar erkennen, dass das erste Buch über Low Carb im Jahr 1863 veröffentlicht wurde und zu dieser Zeit weit bekannt war.

Eine Diät, die eine so lange Zeit vorhanden ist und zusätzlich von der Wissenschaft unterstützt wird, als „Modediät“ abzutun, ist dabei lediglich ein heuchlerischer Versuch, eine Auseinandersetzung damit zu vermeiden.

2. Low Carb Diäten sind schwer durchzuziehen

Oft wird behauptet, Low Carb Diäten seien untragbar, weil sie die Nutzung einiger Lebensmittelgruppen (wie z.B. Getreideprodukte) einschränken. Dies führt dann zu Hungererscheinungen, welche dich dazu veranlassen die Diät abzubrechen und dafür sorgen, dass du erneut zunimmst.

Das ergibt durchaus Sinn, jedoch solltest du bedenken, dass alle Diäten irgendetwas verbieten und einschränken. Manche Diäten verzichten auf gewisse Lebensmittelgruppen oder Hauptnährstoffe, andere schränken Lebensmittel mit vielen Kalorien stark ein.

Das Gute an Low Carb jedoch ist, dass es zu einer Verringerung des Appetits führt, sodass du so viel essen kannst, bis du satt bist und dennoch Gewicht verlierst.

Verglichen mit einer kalorienarmen Diät, bei der dir nicht wirklich erlaubt ist, so lange zu essen, bis du richtig satt bist und dadurch die ganze Zeit hungrig bist, ist das Low-Carb-Prinzip weitaus befriedigender. Für die meisten sind schließlich dieser konstante Hunger und die fehlende Möglichkeit, sich satt zu essen, am schlimmsten.

Nichtsdestotrotz beweist nichts davon, dass eine Diät nach dem Low-Carb-Prinzip schwerer einzuhalten ist, als andere.

Nach der Betrachtung von 19 Studien, die sich damit auseinandersetzten, wie viele Leute es bei einer Studie zum Vergleich von Low Carb- und Low Fat-Diäten bis zum Ende schafften, ist festzustellen, dass Menschen, die eine Low Carb Diät gemacht haben, häufiger bis zum Ende der Studie durchhielten, obwohl die Ergebnisse gemischt waren.

Der Durchschnittswert bei Low Carb Diäten lag bei 79,51%. Im Vergleich dazu lag der Anteil der Personen, die eine Low Fat Diät bis zum Ende verfolgten, bei 77,72%.

Kein allzu großer Unterschied, dennoch zeigt es deutlich, dass Low Carb Diäten nicht zwangsweise schwieriger durchzuziehen sind und mindestens ebenso oft bis zum Ende durchgehalten werden wie vergleichbare Diäten.

3. Gewichtsverlust entsteht durch den Verlust von Wasser 

Unser Körper speichert sowohl in den Muskeln als auch der Leber eine beträchtliche Menge an Kohlenhydrate.

Diese werden zu Glukose abgebaut, die als Energiegewinnung benötigt und bei Nichtbedarf in Form von Glykogen gespeichert wird, das wiederum dazu verwendet wird, den Körper auch zwischen den Mahlzeiten mit Energie zu versorgen. Das gespeicherte Glykogen in Leber und Muskeln wird dort mit Hilfe von Wasser eingelagert und bindet dieses dadurch.

Wenn die Kohlenhydrate reduziert werden, sinkt der Vorrat an Glykogen und du verlierst dadurch einen großen Teil dieses gebundenen Wassers, was als Gewichtsverlust bemerkbar wird. Zudem führen Low Carb Diäten zu einer starken Senkung des Insulinspiegels. Sobald dieser sinkt, schütten die Nieren überschüssiges Natrium und Wasser aus dem Körper aus.

Daher kommt es bei diesen Diäten zu einem großen und beinahe umgehenden Gewichtsverlust in Form von „Wassergewicht“, was oft als Argument gegen diese Diäten verwendet wird. Zudem wird behauptet, dass der einzige Grund für ihren Vorteil an Gewichtsverlust in dieser Reduktion des Wassergewichts liegt.

Allerdings handelt es sich dabei um eine falsche Annahme. Diäten nach dem Low-Carb-Prinzip reduzieren das Gewicht in Form von Wassergewicht, doch zusätzlich belegen Studien, dass diese Diäten zu einem größeren Verlust an Körperfett führen – insbesondere von der Leber und der Bauchregion, wo sich auch das ungesunde Bauchfett befindet.

Eine sechswöchige Studie über Low Carb Diäten zeigte, dass die Teilnehmer 3,4 kg Fett verloren haben, dafür aber 1,1 kg an Muskelmasse zulegten.

4. Low Carb Diäten funktionieren nur, weil man weniger Kalorien zu sich nimmt

Viele Menschen behaupten, dass sie bei einer Low-Carb-Ernährung nur deswegen Gewicht verlieren, weil die Kalorienzufuhr reduziert wird. Zwar ist dies korrekt, doch das ist nur ein Teil des Ganzen.

Der große Vorteil des Gewichtsverlustes bei dieser Art der Diät besteht darin, dass er automatisch geschieht. Du fühlst dich so gesättigt, dass du unwillkürlich weniger isst, ohne Kalorien zu zählen oder deine Portionen zu kontrollieren.

Dieser Appetit reduzierende Effekt ist so stark, dass die Kalorienzufuhr innerhalb der Low-Fat-Gruppen bei Vergleichsstudien zwischen Low Carb- und Low Fat-Diäten aktiv eingeschränkt werden musste, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.

Doch selbst bei einer Beschränkung der Kalorien in den Low-Fat-Gruppen, wiesen die Teilnehmer der Low-Carb-Gruppen für gewöhnlich einen höheren Gewichtsverlust auf. Zuweilen bis zu zwei- bis dreimal so viel!

Zudem realisieren die Leute oftmals nicht, dass es bei Low Carb Diäten nicht allein um Gewichtsverlust geht. Diese Diäten sind zusätzlich sehr effektiv gegen bestimmte Gesundheitszustände wie beispielsweise das metabolische Syndrom (eine Art Sammelbezeichnung für Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Diabetes Typ 2 und Epilepsie.

In diesen Fällen gehen die gesundheitlichen Vorteile jedoch über die bloße Reduzierung der Kalorienzufuhr hinaus. Somit können Low Carb Diäten einen kleinen Vorteil aufweisen, was den Stoffwechsel betrifft, da sie dazu tendieren, reich an Proteinen zu sein, die den Stoffwechsel ankurbeln.

5. „Ketose“ ist ein gefährlicher Stoffwechselzustand

Es gibt viel Verwirrung zu dem Thema Ketose.

Wenn du nur wenige Kohlenhydrate zu dir nimmst (beispielsweise weniger als 50 g am Tag), sinkt der Insulinspiegel und eine hohe Menge an Fett wird von den Fettzellen freigesetzt.

Wird die Leber mit Fettsäuren überflutet, verwandelt sie diese in sogenannte Aceton- bzw. Ketonkörper oder einfach Ketone. Dabei handelt es sich um Moleküle, die dazu fähig sind, die Blut-Gehirn-Schranke zu überqueren und das Gehirn bei Hunger oder sobald wir keinerlei Kohlenhydrate zu uns nehmen mit Energie zu versorgen.

Allerdings verwechseln viele „Ketose“ mit „Ketoazidose“. Letzteres ist ein gefährlicher Stoffwechselzustand, der hauptsächlich bei unkontrolliertem Typ 1 Diabetes auftritt. Dieser beinhaltet, dass der Blutkreislauf mit einer massiven Menge an Ketonen überflutet wird und das Blut sauer werden lässt. Ketoazidose ist eine ernste Angelegenheit und kann tödlich sein.

Dies bezieht sich jedoch nicht auf die Ketose, die bei einer Low Carb Diät entsteht und einen gesunden Stoffwechselzustand darstellt.

Zudem hat es sich gezeigt, dass die Ketose beispielsweise einen therapeutischen Effekt in Bezug auf Epilepsie hat und sowohl Teil von Studien für Krebsbehandlungen als auch gegen Erkrankungen wie Alzheimer ist.

Keinesfalls sind diese beiden also miteinander zu verwechseln. Während die Ketoazidose etwas Schreckliches ist und fatal enden kann, handelt es sich bei der Ketose um etwas Positives.

6. Das Gehirn braucht Glukose (Kohlenhydrate), um zu funktionieren

Einige sind der Meinung, das Gehirn kann während der Diät nicht ohne Kohlenhydrate funktionieren und diese seien der bevorzugte Energielieferant des Gehirns, das deswegen um die 130 g Kohlenhydrate am Tag benötigt.

Teilweise stimmt dies auch. Einige Zellen des Gehirns können zur Energiegewinnung nichts außer Glukose verarbeiten. Andere Teile des Gehirns sind hingegen durchaus dazu in der Lage, Ketone zu verwenden. Sollte die Kohlenhydratzufuhr soweit reduziert werden, um eine Ketose zu induzieren, stoppt ein Großteil des Gehirns die Nutzung von Glukose und nutzt stattdessen Ketone.

Daher lässt sich sagen, dass einige Teile des Gehirns dennoch Glukose benötigen, auch wenn eine große Menge an Ketonen im Blut vorhanden ist.

Dies ist der Zeitpunkt, wenn der Stoffwechselweg „Glukoneogenese“ (Neubildung von Glukose) ins Spiel kommt. Wenn du keine Kohlenhydrate isst, kann der Körper (hauptsächlich die Leber) Glukose aus Proteinen und Nebenprodukten des Fettstoffwechsels herstellen. Aufgrund der Ketose und der Glukoneogenese, ist es eigentlich nicht notwendig, auch nur ein einzelnes Gramm an Kohlenhydraten zu essen – zumindest nicht, um das Gehirn mit Energie zu versorgen.

Nach der anfänglichen Eingewöhnungsphase haben viele das Gefühl, sogar eine bessere Gehirnfunktion zu haben, wenn sie eine Low Carb Diät machen.

Fazit

Letztendlich können Low Carb Diäten starke, gesundheitliche Vorteile bieten.

Sie sind nicht nur für diejenigen äußerst wirkungsvoll, die übergewichtig sind oder unter Fettleibigkeit leiden, sondern auch für alle, die Probleme mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 haben.

Obwohl diese Diäten vorteilhaft sein können, sind sie nichtsdestotrotz NICHT für jeden eine Lösung. Letztlich gibt es für jeden eine Methode, die für ihn am besten geeignet ist.

Gerne würde ich deine Meinung dazu hören. Schreib mir ein Kommentar unterhalb dieses Artikels.

Über Laura Stein:
Dies ist ein Gastbeitrag von Laura Stein. Laura ist Autorin und Bloggerin auf www.foodfitness.de. In ihren Artikeln gibt Sie ihren Erfahrungsschatz aus jahrelanger Tätigkeit als Ernährungscoach weiter, welcher sich auf eine gesunde Ernährung, dem erfolgreichen Abnehmen und Low Carb bezieht. Mehr über Laura findest du auf ihrer Website http://www.foodfitness.de.

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